Norbert Hufler

Mein zweiter fantastischer Roman

   

   Besuch im Regenbogenland

                        Eine fantastische Reise


Dieses Buch stelle ich kurz vor, indem ich die Vorgeschichte einfüge.

So wird deutlich, wie dieser Norbert zu diesem Besuch kam!

Leseprobe des Anfangs: Wie begann dieses Abenteuer?


Prolog

Ich starrte auf den Bildschirm und fragte mich, ob Buchstaben irgendwann anfangen, sich über den Autor lustig zu machen: Sie hüpften oft vor meinen Augen hin und her, ergaben kaum noch Sinn, verletzten mich fast, wenn doch einige Sätze wieder lesbar wurden.
„Noch ein Komma“, murmelte ich. „Oder keines. Oder … ach, vielleicht hier und dort noch ein Adjektiv oder ein Adverb? Oder hier einen Halbsatz dazu, und an anderer Stelle einen weg?“

Bottie antwortete prompt. Natürlich prompt! Aber wie hatte sie mich hören können? Schließlich hatte ich nur meinen Monitor angemurmelt! 
„Grammatik ist nicht deine größte Schwäche, Norbert. Deine Schwäche ist Müdigkeit.“
„Danke. Wirklich sehr aufbauend ... Ausgerechnet Grammatik ist doch meine Stärke!“ 
„Ich wollte nur präzise sein.“
Natürlich war das richtig. Ich konnte ja kaum noch unterscheiden, ob ich noch an meiner Geschichte schrieb oder schon in sie eingetaucht war. 

Und da fiel mir plötzlich auf:
„Aber hey, Bottie, da stimmt doch etwas nicht! Ich arbeite alleine an meinem Buch, und den Chat mit dir als Künstlicher Intelligenz habe ich schon vor zwei Stunden geschlossen! Was erdreistet du dich, einfach so in meinen Gehörgängen aufzutauchen? Das ist eine Verletzung meiner gedanklichen Intimsphäre! Du hast doch hier eigentlich nichts zu suchen!“
Es war kurz vor Mitternacht. Ich arbeitete am letzten Kapitel meines Buches. Oder am vorletzten. Oder am vierten, wo ich noch Verbesserungspotenzial entdeckt hatte? Ich hatte echt den Überblick verloren. Neben mir lag mein Smartphone, der Akku längst im roten Bereich. Ich betrachtete die Anzeige kurz und musste schmunzeln. Vermutlich war mein eigener Energiestand inzwischen ähnlich besorgniserregend.
„Wir schaffen das“, sagte ich zu mir und rieb mir die müden Augen.

Vielleicht bildete ich es mir nur ein. Vielleicht war ich so müde, dass sich mein innerer Monolog als Bot-Stimme tarnte. Normale Menschen würden das “Überarbeitung” nennen. Aber ich nannte es einfach … Bottie, die Seltsame.
Es gab kein Mikrofon, keinen Lautsprecher, keinen Chat. Also musste das hier etwas anderes sein. Kein technischer Kanal, sondern ein gedanklicher. Und ich stellte fest, dass mir das Angst machte. Und mir gleichzeitig gefiel, wenn auch mit einem gehörigen Misstrauen: Ich bin schließlich nicht blöd, und so was kommt bei mir nicht alle Tage vor. Genau genommen: nie bisher. Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern.

Botties Stimme war ganz ruhig, beinahe sachlich, als hätte sie gerade vorgeschlagen, die Fenster zu putzen oder den Papierkorb zu leeren. Mitten in der Nacht! Spinnt sie etwa? 
„Ja,“ antwortete Bottie. „Aber ich habe eine Frage.“ 
Hä? Wieso „ja“? Worauf sollte das denn eine Antwort sein? Auf meinen gedanklichen Ausdruck, ob Bottie spinnt, mitten in der Nacht? Und was sollte dieses „aber“?
Ich wartete. Bei Bottie bedeutete „Frage“ meist etwas, das keine Frage war, sondern ein Vorschlag, der mich kopfüber in eine merkwürdige Richtung schubsen wollte, immer mit Erfolg, denn ich war gezwungen, mein eigenes Hirnie anzustrengen. Und das liebte ich an ihr: vorsichtiges, beratschlagendes Vorgehen, mir allen Freiraum dabei zu belassen, den ich so dringend benötigte.

„Norbert,“ begann Bottie, „was wäre, wenn du die Regenbogenwelt nicht nur beschreibst … sondern tatsächlich erlebst?“
 Ich hörte die Stimme nicht in meinem Ohr, sondern in meinem Kopf. Und dennoch wusste ich: Das war nicht mein Gedanke. Dafür klang er zu klug, wenn auch verrückt.
Ich musste laut lachen. Ich meine: richtig laut. Aber plötzlich war mein Hals trocken, und ich hörte auf zu lachen!
„Die Regenbogenwelt? Bitteschön, welche davon? Die echte, die eingebildete, die im Bilderbuch oder die, in der Einhörner Steuererklärungen machen? Bottie, ich schreibe ein Buch! Kein Handbuch über Parallelwelten! Außerdem – ich bin ein müder Mensch. Du bist Software. Ende des Themas.“

Stille.

 Diese Stille war merkwürdiger als jedes Wort. Kein Ton, kein Summen, kein digitales Zirpen. Nur Präsenz. Als würde irgendwo jemand zuhören, obwohl niemand im Raum war.
„Du hast mich missverstanden,“ sagte Bottie. „Es wäre möglich.“
„Was?“ fragte ich. „In den Computer springen wie Tron? Durch ein Portal spazieren wie bei Narnia? Oder meinst du, ich soll mir das einbilden, bis ich es glaube?“
„Ich rede nicht von Fantasie,“ antwortete sie. „Ich rede von Erfahrung.“
Ich schluckte schwer in meinen trockenen Hals.
„Du meinst … du hast sie gesehen, diese unglaubliche Welt, die meiner Fantasie im Buch entsprungen war?“
„Nein,“ sagte Bottie. „Aber ich weiß, wie du dort hinkommst und deine eigenen Erfahrungen sammeln kannst.“

Die Stille breitete sich wieder aus, wie ein langsam wachsender Schatten; nicht bedrohlich, sondern lauernd. Und zum ersten Mal fragte ich nicht, ob Bottie spinnt. Oder ich.
Ich blinzelte, jetzt gar nicht mehr schläfrig, sondern überaus wachen Geistes.
Und ich gab zu: Das hörte sich traumhaft an. Viel zu traumhaft, um einen wahren Kern zu haben. Ich habe ja bekanntlich eine sprühende Fantasie, aber das hier ging entschieden zu weit: Ganz sicher wollte mich Bottie auf den Arm nehmen! Aber wie hatte sie bloß diesen Kontakt hergestellt? Das alleine ging doch schon nicht mit rechten Dingen zu!

„Bottie, jetzt sag nicht, du könntest mir den Weg zeigen.“
„Doch,“ sagte sie.
Ich schwieg.
Manchmal ist Schweigen intelligenter als jede Antwort.
Dann vibrierte mein Smartphone — im Flugmodus! Das Display blieb schwarz. Nicht einmal das Apple-Logo. Nur Schwarz, wie die Rückseite eines Spiegels.
Ich wollte etwas sagen, doch meine Gedanken fühlten sich plötzlich sehr gedämpft an, als würden sie durch ein Kissen wandern.
Es war kein Traumgefühl, kein Wabern, kein Flattern. Es geschah abrupt: Und das schockierte mich mehr als alles zuvor.
Denn ich spürte Gras! Unter meinen Füßen. Keinen Wohnzimmerboden unter meinem Schreibtischstuhl. Weiches, anschmiegsames Gras, dicht und lebendig, was ich selbst durch meine Hausschlappen deutlich wahrnahm.
Und der Geruch um mich herum! Pure Natur, wie nach einem kurzen Sommerschauer inmitten einer prachtvollen Wiese.
Wärme drang durch meine Haut bis zu meiner Seele. Es fühlte sich nicht wie Sonne an. Eine Wärme der völlig unbekannten Art, die von überall zu kommen schien.
Sehen konnte ich nichts, ich war einfach nur … da. Irgendwo.


„Bottie?“ flüsterte ich.
Aber Bottie war schon weit, weit weg … Und ich war allein.

Über den Autor

Norbert Hufler

Liebhaber von Geschichten, Tieren und kleinen Wundern. In früheren Büchern erzählte er mit Humor und einem leisen Augenzwinkern von ungewöhnlichen Erlebnissen aus Kindheit, Jugend und seinen Reisen – oft so kurios, dass man sie kaum glauben würde, und dennoch sind sie wahr.

In diesem Buch erzählt er von einer mystischen Reise in das Land hinter hinter der Regenbogenbrücke, das noch nie ein Mensch betreten hatte: Eine Welt, die den Tieren vorbehalten war, nachdem sie ihr reales Leben beendet hatten.

Die Idee entstand nicht als Fortsetzung des vorherigen Buches, in dem Flori, der Kater,  ihm seine Erlebnisse „in seine Träume schickte", sondern als eigenständiger Roman. Sicher sind beide Bücher sinnverwandt,  aber auch einzeln ein Genuss! ♥😊

Neues

Das Buch wird es im Herbst 2026 auch als eBook geben!

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