Ludwigshafener Architektur

Manche werden sich fragen, ob es in einem 'Betonklotz wie Ludwigshafen' (was ich von Außenstehenden schon oft hören musste) tatsächlich interessante Architektur gibt?

In der Tat gibt es das! Aber selbst die Einheimischen erkennen diese Architektur oft nicht als Besonderes, außer den wirklich exponierten und damit bekannten Bauwerken.

Hier stelle ich Ihnen einige architektonische Besonderheiten vor, untergliedert in die Bereiche Innenstadt und Stadtteile.
Bei einigen Bildern gibt es weitere interessante Ansichten; dort werden Sie über Links weiter geleitet.

Vielleicht erkennen Sie als Bürger unsere Stadt neu aus meinen Perspektiven; und vielleicht erkennt auch mancher Auswärtige, dass Ludwigshafen nicht nur ein Betonklotz ist?

Meine Serien über die enorme Natur in und um unsere "Chemiestadt", festgehalten in einer anderen Rubrik 'Ludwigshafener Natur', wird ebenfalls wohl viele davon überzeugen, dass es bei uns nicht nur Chemie und Betonklötze gibt!

Es gibt wohl keine Stadt, die von Grund auf hässlich ist; wenn man die Augen positiv gleiten lässt, gibt es sicher viele schöne Stellen zu entdecken.

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Bereich rund um die Innenstadt

Südliche Innenstadt: Rheinufer Süd

Dieser neue, inoffizielle Stadtteil gehört zum Bereich Südliche Innenstadt. Er besticht durch seine architektonische Vielfalt, die noch vor 20 Jahren in einem Neubaugebiet mit Mehrfamilienhäusern undenkbar gewesen wäre: kein Gebäude gleicht dem anderen!
Die pflanzliche Umgebung bietet noch wenig Natürlichkeit: das wird die Natur selbst aber in wenigen Jahren richten.
Dieses Gebiet steht noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung; deshalb wird diese kleine Serie aus dem Mai 2014 durch weitere Bilder ergänzt werden, bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind.

Die Schneckenudelbrick

Für die Nicht-Pfälzer: Das heißt "Schneckennudelbrücke"!
Sie verbindet die Parkinsel (Stadtpark) über den Kaiserwörthafen mit dem Rheinufer Süd, einem ab 2013 neu gewachsenen Gebiet.
Sowohl Parkinsel als auch Rheinufer Süd sind dem Stadtteil "Südliche Innenstadt" zuzuordnen.

Nördliche Innenstadt: Hemshof

Der Hemshof ist bekannt durch seine multikulturelle Zusammensetzung.
Ähnlich bunt gemischt ist auch die Architektur; die meisten Gebäude stammen aber noch aus dem ersten Teil des 20. oder gar aus dem zweiten Teil des 19. Jahrhunderts!
Hier nehme ich Sie mit bei einem Rundgang durch die Straßen.

Die Geschichte des Hemhofs:

Erstmal erwähnt im Jahr 770 als Hembsheim entstand dieses Gebiet ab etwa 1870. Ältester und lange Zeit "bescheidenster" inoffiziellerStadtteil.
Zusammen mit dem Stadtteil Nord bildet er den Bereich "Nördliche Innenstadt".

Der Hemshof war ursprünglich eine fränkische Siedlung und erreichte strategische Bedeutung um das Jahr 1600, als der Brückenkopf Rheinschanze errichtet wurde.

Danach war der Hemshof ein Bauernhof in der Gemarkung von Friesenheim. Ebenfalls auf der heutigen Gemarkung befanden sich mit dem Ganderhof, dem Rohrlacher Hof und dem Gräfenauer Hof noch drei weitere Bauernhöfe.

Nach Auflösung der Bauernhöfe zunächst ein reines Wohngebiet für die Arbeiter der 1865 gegründeten BASF, entwickelte sich der Hemshof seit den 60er Jahren mit seinen mittlerweile knapp 16.700 Einwohnern und einem Ausländeranteil von 43,8% (2005) allmählich zum bevorzugten Zentrum der ausländischen Einwohner.

In den 1980er Jahren wurde der Hemshof neu gestaltet; dadurch bekam er eine anderes Gesicht, welches heutzutage kulturell der Stadt zu interessantem Ruf verhalf. Diese Umgestaltung dauert auch heute noch an, im Jahr 2015.

Die Kombination von deutscher Altstadt und verschiedenen ausländischen Kulturen machen den Hemshof zu dem besondersten und zugleich bekanntesten Teil von Ludwigshafen. Der Reiz des Hemshof wird mitunter durch die vielen Bistros und Restaurants geprägt, die einen mediterranen Charme verströmen und viele Menschen im Sommer zu deren Außenplätze locken. Mittlerweile haben sich, im Zuge der Sanierungen, auch etliche Künstler im Hemshof angesiedelt. Neben dem Prinzregententheater in der Fußgängerzone, dem Hemshoftheater, dem Kabelkanal und einigen Kulturvereinen, wohnen und wirken zahlreiche Musiker und Maler in dem Viertel, wodurch eine kosmopolitische Atmosphäre entstanden ist.

Die berühmteste Bewohnerin des Hemshof ist wohl die deutsche Sängerin Julia (Jule) Neigel, die sich seit Jahrzehnten öffentlich zum Hemshof als Lieblingsort der Stadt bekennt.

Eine andere "Sängerin" und zugleich ein Unikum war die "Hemshof-Liesl": Urgestein von Anfang der 1970er Jahre, nie gefehlt auf den vielen Festen in und rund um Ludwigshafen; berühmtestes Lied für die "alten" Ludwigshafener: Hemshof-Blues... Wer kennt noch Zeilen aus diesem Lied?
Hier wurde ihr am Brunnen auf dem Ludwigsplatz ein Denkmal gesetzt: