Flori

Ab Samstag, den 3. September 2011 um 14 Uhr hatte ich einen neuen Kumpel: Flori, einen pantherschwarzen Burschen mit gelben Augen!
Vier Jahre alt soll er sein, so versicherten mir die netten Leute, die ihn mir geschenkt hatten: mitsamt Kratzbaum, Toilette und Trockenfutter für mehr als zwei Monate!

Schon am ersten Tag war er mir ans Herz gewachsen, und umgekehrt ebenfalls! Es ist immer schön im Leben, wenn eine Liebe in beiden Richtungen wirkt...

Flori hat gegenüber meinen anderen Katzen bemerkenswerte Eigenarten; das zeigte sich schon, als er in einem Tragekorb bei mir angeliefert wurde: mucksmäuschenstill war er, eher neugierig. Und als ich ihn auf der Couch frei ließ, hatte er nichts anderes zu tun, als sich mit atemberaubender Geschwindigkeit in der Wohnung und auf dem Balkon umzuschauen! Meine beiden anderen Miezen schrieen wie am Spieß bei der Beförderung, und danach habe ich sie gut drei Tage kaum gesehen: Unter der Couch oder in einem Schrank ausharren war angesagt...
______

Eine ganz besondere Eigenart von Flori: Er hatte keine Angst vor bevorstehenden Regengüssen oder gar Gewittern.

Mikesch und Mädel verzogen sich rund zehn Minuten vor solchen Ereignissen ins Bett oder darunter; sie waren zuverlässige Barometer.

Flori dagegen wartet regelrecht darauf: Augen und Ohren werden größer, jeder Aussichtsplatz wird im Wechsel inspiziert, um ja nichts zu verpassen!

Und wenn es dann los geht, wechselt er wieder von einem Fenster in andere der Räume; dort könnte ja etwas anderes vorgehen, das er unbedingt mitkriegen muss.

Das ist ja schon etwas außergewöhnlich, um es milde zu sagen. Seine völlige Verrücktheit bekam ich aber zum Ende des ersten Jahres bei mir zu erleben, also zu Silvester: Die ersten Knaller und Raketen gehen ja schon weit vor Mitternacht ab; sie waren für Flori quasi eine Vorspeise an allen Fenstern, nach vorne wie nach hinten.

Aber dann, als es echt los ging und ich ein Fenster öffnete, um bessere Sicht zu haben, schoss Flori den Vogel ab:

Mit mir am Fenster verfolgte er die Raketen und alles andere, was knallt und Feuerwege erzeugt! Er wusste gar nicht mehr, wohin er gucken sollte! Hyperaktiv raste er auch auf die andere Seite durch die Wohnung, mit Blick in den Hinterhof, um ja auch dort nichts zu versäumen, und dann wieder zu mir zurück ans offene Fenster.

Dieser irre, liebe Typ reagiert auch bei anderen Vorfällen völlig anders als normale Katzen: Er 'schmuste' ein dickes BWL-Buch in der tief liegenden Vorderfront meines Schreibtisches; es knallte heraus und direkt neben ihm auf den Boden. Was macht er? Gucken und schnuppern, was das ist! Jede andere Katze hätte in Panik die Flucht ergriffen...

Genau so verhielt er sich er sich auch bei kleinen 'Unfällen', die er verursachte: etwas runtergeschmissen und es hat gekracht und gesplittert? Keinen einzigen Zucker zeigt er! Erstmal schnuppern, was das wohl vorher gewesen sein könnte und jetzt ist. Danach der fragende Blick an mich: War das was? Kehre es bitte weg, bevor ich in die Scherben trete. Danke, Nobbi.

______________
Kleine Geschichten von Flori gibt es hier: Die Bilder stammen von mir (oftmals miese Qualität, weil ich manchmal einen Blitz vermeiden wollte, aber erinnerungswürdig); Flori selbst kommentiert diese Fotos.

 

Erster Tag

Hinweis:
Ohne Blitz entstand oft eine lange Belichtungszeit, weshalb viele Bilder schlicht und ergreifend leicht verwackelt sind.
Das meint Flori mit "unscharf gucken"!

Zweiter Tag

Schrankerforschung 1

Schrankerforschung 2

Hinweis:
Ich vergesse manchmal, die Sonnenblende von der Linse zu nehmen; deshalb ein Schatten, der den Blitz aufhält!

Helloween

Hier kommt die Maus!

Gemischtes

Papierspieler